Es hat eine Weile gedauert, bis ich diese Kritik geschrieben habe. Mir war schon beim Abspann klar, dass ich mir den Film noch einmal im Kino ansehen würde, und genau das habe ich getan. Dass er bei mir vor Ort etwa einen Monat nach dem Start noch an mehreren Tagen lief, zeigt, dass das Publikum einen solchen Film unterstützt. In Deutschland läuft er unter dem Titel „Blood & Sinners“, im Original heißt er „Sinners“.
Wo kannst du Blood & Sinners in Deutschland sehen?
Blood & Sinners ist am 17. April 2025 in den deutschen Kinos gestartet, ab 16 Jahren freigegeben (FSK 16) und dauert 138 Minuten. Seit dem 3. November 2026 gibt es den Film bei Netflix, in allen Abos (auch mit Werbung) und mit deutscher Synchronisation. Davor lief er im Abo nur bei WOW (seit dem 3. Oktober 2025). Bei anderen Anbietern wie Prime Video, Apple TV, MagentaTV oder Rakuten TV kannst du ihn außerdem kaufen oder leihen. Warner Bros. hat den Film lange exklusiv ausgewertet, bevor er zu Netflix wanderte.
Vier Oscars 2026
Die Oscar-Verleihung 2026 hat bestätigt, was viele Fans schon ahnten: Blood & Sinners hat mit 16 Nominierungen einen Rekord aufgestellt und vier Preise gewonnen, und zwar für Michael B. Jordan als besten Hauptdarsteller, für das beste Originaldrehbuch, die beste Kamera und die beste Filmmusik.
Die Kritik
Die Handlung: Wenn die Gefahr nicht das Verbrechen ist, sondern Vampire
Die Brüder kehren in ihre Heimat zurück und merken schnell, dass nicht Kriminalität das größte Problem ist, sondern Vampire! Mehr verrate ich zur Handlung nicht. Mir hat gefallen, dass es bei den Vampiren verschiedene „Stufen“ gibt und dass die Zwillinge zwar dasselbe Ziel haben, aber sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie sie es erreichen wollen.
Erzählweise und Tempo
Das Tempo und die Art, wie die Geschichte erzählt wird, sind einfach hervorragend. Wie bei „From Dusk Till Dawn“ beginnt der Film zunächst „normal“, bevor es in einen übernatürlichen Überlebenskampf kippt. Es gibt tolle Figuren, und das Mississippi der 1930er Jahre ist glaubwürdig umgesetzt. Besonders clever ist der Einsatz der Musik. Im Trailer hatte ich das übersehen, deshalb war es eine schöne Überraschung, wie groß die Rolle der Musik im Film ist.
Optik, Budget und handgemachte Effekte
Bei Warner hatte man offenbar großes Vertrauen in Ryan Coogler, denn das Budget ist hoch, und es wurde kein Cent verschwendet. Blood & Sinners gehört zu den bestaussehenden Filmen des Jahres. Die Kulissen, die Kostüme und die Liebe zum Detail sind fantastisch. Weil es um Vampire geht, gibt es auch ordentlich Gore, und ein großer Teil davon ist handgemacht und sieht großartig aus.
Warum sich ein zweites Mal lohnt
Auf dem Papier müsste der Film ein Einmal-Erlebnis sein: Wenn man den Twist kennt, verliert er doch seinen Reiz, oder? Das stimmt hier nicht. Wie „From Dusk Till Dawn“, den ich schon unzählige Male gesehen habe, war Blood & Sinners bei der zweiten Sichtung sogar noch besser. Am besten wirkt er auf der großen Leinwand, aber mit dem Netflix-Start ist das Nachholen jetzt ganz einfach. Für mich war er ein heißer Kandidat für den Film des Jahres 2025.

